Drei Programmfamilien, drei Familien von Aufgaben
Das Institut Français de la Mode bietet Ausbildungen in Modemanagement, Kreation und Handwerk an. Jede Familie führt zu eigenen Funktionen, und ein Praktikum wählt man von dieser Logik aus.
- Management: Produkt, Einkauf, Merchandising, Retail, E-Commerce, Marketing, Kommunikation, Unternehmertum.
- Kreation: Modedesign, Textildesign, Studioleitung, Lederwaren, Schuhe, Art Direction.
- Handwerk: Probeteile (toile), Schnittkonstruktion, computergestützte Schnittentwicklung, Prototypenbau, Qualität, meist im Rahmen einer Ausbildung im dualen System oder eines Professionalisierungsvertrags.
Bevor Sie sich bewerben, legen Sie die angestrebte Funktion eindeutig fest. Dasselbe Haus sucht für so unterschiedliche Stellen wie Designassistenz, Merchandising-Assistenz und Prototypenbau.
Praktikum, duale Ausbildung, VIE: nicht alles verwechseln
Nach den vom Institut veröffentlichten Informationen absolvieren die Studierenden der Management- und Kreationsprogramme während oder nach der Ausbildung eine Aufgabe im Unternehmen. Sie kann die Form eines Praktikums, eines internationalen Unternehmensfreiwilligendienstes (VIE), eines befristeten oder eines unbefristeten Vertrags haben. Die Handwerksausbildungen beruhen dagegen auf der Ausbildung im dualen System oder dem Professionalisierungsvertrag.
Das Praktikum bleibt eine durch eine Vereinbarung begleitete Lernzeit ohne ein Unterordnungsverhältnis wie bei Beschäftigten. Die duale Ausbildung ist ein Arbeitsvertrag mit Anspruch auf ein Gehalt, das je nach Alter und Situation als Prozentsatz des Mindestlohns berechnet wird. Wer diese Formen vor der Suche vergleicht, bewirbt sich nicht auf ein Angebot, das nicht zum eigenen Programm passt.
Ein für das Haus lesbares Profil
Kreation, Schnittentwicklung, Merchandising und Management werden nicht anhand derselben Nachweise besetzt. Wer Mode entwirft, zeigt Moodboards, Materialentscheidungen und die Entwicklung einer Kollektion. Wer sich für Merchandising bewirbt, bringt Verkaufsanalysen, Überlegungen zum Sortiment oder eine Budgetsimulation mit. Wer Schnitte entwickelt, legt Schnittmuster, montierte Probeteile und Korrekturen vor.
Erklären Sie in jedem Fall Ihre Entscheidungen: warum dieser Schnitt, warum diese Auswahl von Referenzen, warum diese Rangfolge. Geben Sie bei einer Gruppenarbeit immer Ihre genaue Rolle an. Ein schönes Bild ohne Erklärung liefert einer eiligen Personalverantwortlichen oder einem eiligen Personalverantwortlichen wenig Information.
Portfolio und kaufmännische Bewerbung: zwei Logiken
Das Gestaltungsportfolio sollte selektiv sein: Vier bis sechs gut dokumentierte Projekte sind besser als eine Anhäufung. Jedes Projekt enthält eine Absicht, die Suche nach Inspiration, Entwicklungsschritte und das Endergebnis. Planen Sie eine schlanke digitale Fassung zum Versand und eine gedruckte Fassung für das Gespräch ein.
Eine kaufmännische oder Management-Bewerbung stützt sich auf einen einseitigen Lebenslauf, ein gezieltes Anschreiben und, wenn möglich, einen kurzen Fall mit Zahlen: Analyse einer Marke, Sortimentsempfehlung, digitaler Aktionsplan. Passen Sie die Unterlagen in beiden Fällen an das angestrebte Haus an: Eine Welt der Luxus-Lederwaren, eine zugängliche Prêt-à-porter-Marke und ein junges unabhängiges Label erwarten nicht denselben Ton.
Den Rhythmus der Kollektionen berücksichtigen
Die Branche lebt im Rhythmus der Saisons: Entwurf, Entwicklung der Prototypen, Präsentation, Verkauf, dann Lieferung. Jede Phase schafft Zeiten intensiver Arbeit und ruhigere Zeiten. Ein Praktikum mitten in der Vorbereitung einer Modenschau oder eines Showrooms bietet eine andere Erfahrung als eines zu Beginn eines Zyklus.
Fragen Sie genau, an welcher Stelle Ihre Aufgabe im Kalender liegt, wer Sie im Alltag betreut und welche Verantwortung Ihnen übertragen wird. Wer als Praktikantin oder Praktikant allein einer Arbeitsspitze gegenübersteht, ohne verfügbare Betreuung, lernt wenig und ist schnell erschöpft. Erkundigen Sie sich auch nach den Arbeitszeiten während der Präsentationsphasen.
Vereinbarung, Vergütung und Arbeitsbedingungen
In Frankreich beruht jedes Praktikum auf einer Vereinbarung, die Studierende, aufnehmende Organisation und Bildungseinrichtung vor dem Beginn unterschreiben. Sie nennt Aufgaben, Dauer, Ort und Betreuungsperson. Die Dauer bei derselben Organisation ist auf sechs Monate pro Studienjahr begrenzt, und ab mehr als zwei aufeinanderfolgenden Monaten Anwesenheit ist eine Vergütung (gratification) verpflichtend. Ihr Mindestbetrag wird durch die Vorschriften festgelegt und ändert sich: vor der Unterschrift prüfen.
Erkundigen Sie sich in Ateliers und Studios auch nach der konkreten Organisation: Zugang zu den Maschinen, gestelltes Material, Sicherheitsausrüstung, Verpflegung, Transport in Zeiten der Modenschauen. Eine auf dem Papier klare Aufgabe muss sich im Alltag wiederfinden.
Vertraulichkeit der Entwürfe und Wiederverwendung der Arbeiten
Die Mode schützt ihre Kreationen vor der öffentlichen Präsentation stark. Skizzen, Schnitte, Materialien und Kollektionspläne können durch Vertraulichkeitsklauseln oder sogar durch Rechte des geistigen Eigentums geschützt sein. Bevor Sie eine im Praktikum entstandene Arbeit in Ihr Portfolio aufnehmen, holen Sie eine schriftliche Erlaubnis ein, die festlegt, was Sie wem und ab welchem Datum zeigen dürfen.
Diese Vorsicht gilt auch für soziale Netzwerke: Ein zu früh veröffentlichtes Foto aus dem Atelier kann einen Launch scheitern lassen und Ihrem Ruf dauerhaft schaden. Verweigert das Unternehmen jede Verbreitung, bitten Sie zumindest um eine Bescheinigung, die Ihre Rolle und Ihre Leistungen beschreibt.
Suchen, bewerben und Fallstricke vermeiden
Die Angebote werden von den Unternehmen auf der vom Institut genutzten Recruiting-Plattform veröffentlicht, und auch die Netzwerke der Ehemaligen geben Gelegenheiten weiter. Ergänzen Sie diese Kanäle durch Initiativbewerbungen an eine bestimmte verantwortliche Person, durch mit den Häusern organisierte Recruiting-Veranstaltungen und durch die Berufsverbände.
Veranschaulichung mit erfundenen Daten. Inès, die Management studiert, strebt ein sechsmonatiges Merchandising-Praktikum an. Sie bereitet die Analyse einer Sortimentsseite vor, schickt sie an zwölf Marken, erhält vier Rückmeldungen und zwei Gespräche. Vor der Unterschrift fragt sie nach dem Namen ihrer Betreuungsperson, dem Saisonkalender und der Vertraulichkeitsregelung.
Zu vermeiden sind: ein zu langes Portfolio, eine unscharfe Aufgabe, ein Praktikum ohne benannte Betreuung, die Verbreitung nicht genehmigter Bilder und die Annahme von Arbeitszeiten, die mit dem gesetzlichen Rahmen unvereinbar sind.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich Praktikum und duale Ausbildung am IFM?
Das Praktikum ist eine durch eine Vereinbarung begleitete Lernzeit mit Vergütung ab mehr als zwei Monaten. Die duale Ausbildung ist ein Arbeitsvertrag mit Gehalt und geteilter Zeit zwischen Hochschule und Unternehmen. Die Handwerksausbildungen stützen sich vor allem auf die duale Ausbildung, die übrigen auf Aufgaben im Unternehmen.
Braucht man für ein Praktikum im Management ein Portfolio?
Nicht im kreativen Sinn, aber eine Mappe mit Nachweisen hilft: Analyse einer Marke, Verkaufsstudie, Marketingprojekt. Sie zeigt Ihre Überlegung und Ihre Ergebnisse. Stellen Sie sie kurz dar, mit Ihrer genauen Rolle und den eingesetzten Werkzeugen.
Wie findet man ein Praktikumsangebot?
Beobachten Sie die vom Institut genutzte Recruiting-Plattform, sprechen Sie das Netzwerk der Ehemaligen an, nehmen Sie an Veranstaltungen mit den Häusern teil und senden Sie gezielte Initiativbewerbungen. Eine kurze, persönliche Nachricht mit klaren Unterlagen erhält in der Regel mehr Antworten als ein Massenversand.
Darf ich meine Kreationen aus dem Praktikum in meinem Portfolio zeigen?
Nur mit Zustimmung des Unternehmens. Holen Sie eine schriftliche Erlaubnis ein, die Bilder, Zeitraum und erlaubte Medien festlegt. Noch nicht öffentlich vorgestellte Kreationen sind oft vertraulich, und eine vorzeitige Verbreitung kann Ihre Haftung begründen.
Welche Praktikumsdauer ist erlaubt?
In Frankreich darf ein Praktikum bei derselben Organisation sechs Monate pro Studienjahr nicht überschreiten. Je nach Programm legt das Institut genaue Zeiträume fest, und jede Vereinbarung nennt die exakten Termine. Prüfen Sie sie mit der zuständigen Stelle, bevor Sie ein Angebot annehmen.
Was sollte man vor der Annahme einer Aufgabe in einem Modehaus prüfen?
Fragen Sie nach dem Namen der Betreuungsperson, der schriftlichen Beschreibung der Aufgaben, den Terminen im Verhältnis zum Kollektionskalender, der Vergütung, den Arbeitszeiten und den Vertraulichkeitsregeln. Eine präzise Antwort zu diesen Punkten ist der beste Hinweis auf eine seriöse Aufnahme.
